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Leben wie zit. in Frankreich
Kunst, Musik, Theater - Kultur in Paris und ganz Frankreich

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Der Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist in Frankreich ein Déjà-vu
Was den Siegeszug des Rechtsextremismus angeht, ist Marianne der Germania um Lichtjahre voraus Anderthalb Stunden nach Schließung der Wahllokale in Sachsen-Anhalt schrieb „L’Humanité“, die AfD dürfte im Landtag in Magdeburg über die absolute Mehrheit verfügen und so ihren Spitzenkandidaten, Ulrich Siegmund, zum Ministerpräsidenten wählen können. Dessen Erfolgsaussichten seien umso „überwältigender“, als das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) ihm die Unterstützung zugesagt habe.
7. Sept.


Kandidatenstau auf der Starlinie
Der Wahlkampf aller Wahlkämpfe beginnt: Zur rentrée politique in Frankreich Alle Jahre wieder: das französische Phänomen der „rentrée“. Am 1. September kehrten 11 607 600 Schüler in die Klassenzimmer zurück. Hysterische Eltern, quengelnde Bengel und bis zum nächsten Burnout verbissen energiegeladene Lehrer: Rundfunk und Fernsehen haben all das wieder in Ton und Bild gebannt. In der Printpresse hatten die Literaturredakteure ihre Hausaufgaben im Voraus gemacht. Aufgabenstellun
6. Sept.


Perfidie und Propaganda
Wie Thomas Legrand von der Sendefläche von France Inter verschwunden ist, Opfer einer rechtsextremen Hetzkampagne sowie der Feigheit seiner Chefs Zwei Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sitzen mit zwei sozialistischen Politikern im Café. Ein Tischnachbar filmt ihr Gespräch heimlich und spielt es einem rechtsextremen Magazin zu. Gleichgesinnte TV- und Radiosender strahlen Ausschnitte aus dem Video aus, über Wochen hinweg – und verkaufen die Montage als Beweis
29. Aug.


Musikerin als „dreckige Zionistin“ gecancelt
In Frankreich liegt der Antisemitismus im linksextremen Lager mittlerweile fast auf demselben Niveau wie jener im rechtsextremen Am 18. Juli betrat DJ Barbara Butch vor fünftausend Zuschauern in Grenoble eine Freiluftbühne. Sogleich begannen gut hundert Demonstranten, die fünfundvierzigjährige französische Musikerin auszubuhen. Trillerpfeifen übertönten das Set, Mittelfinger wurden gereckt, bald flogen Wurfgeschosse in Richtung Mischpult. Nach etwa zwanzig Minuten musste der
3. Aug.


Wer ist schuld?
Frankreich diskutiert und disputiert seit Wochen über den Fall einer vergewaltigten und ermordeten Elfjährigen. Wurde Lyhanna Opfer individueller Verfehlungen oder systemischer Gewalt? Ende Mai verschwand in einem ländlichen Städtchen westlich von Toulouse ein Mädchen. Eine Woche später entdeckten Fahnder seinen Körper in einem Silo. Die Todesursache konnte noch nicht gefunden werden, wohl aber DNA im Intimbereich. Dieses verweist auf einen Verdächtigen, der sich bereits in P
4. Juli


Sankt Marc Bloch
Zur Pantheonisierung des modernen Säulenheiligen der Historikerzunft am kommenden Dienstag Schaulustigen, die rechtzeitig einen geeigneten Platz haben ergattern können, bietet sich am kommenden Dienstagabend ein seltener Anblick in Paris: die Öffnung der „Grands Bronzes“. Über die Schwelle dieser fast immer verschlossenen Hauptportale des Pantheons wird die Republikanische Garde zwei Särge tragen. Diese sind leer, bergen im Geiste aber die Essenzen zweier neuer „Pantheonisier
20. Juni


Über dreißig Frauen klagen den Starsänger Patrick Bruel sexueller Übergriffe an
Erschwerende Umstände: Minderjährigkeit der mutmaßlichen Opfer sowie Verdacht der Verabreichung betäubender Drogen In der Nacht auf Donnerstag ist gegen Patrick Bruel ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Der französische Sänger hatte in den Neunzigerjahren einen mitunter hysterischen Hype hervorgerufen, für den seinerzeit der Begriff „Bruelmania“ geprägt worden war. Die Staatsanwaltschaft der westlichen Pariser Vorstadt Nanterre ermittelt gegen den heute Siebenundsechz
14. Juni


Bolloré zappen
Nach „seinen“ Medien und Verlagen sucht der rechtsextreme Tycoon jetzt Frankreichs Filmwelt auf Linie zu bringen – mithilfe einer schwarzen Liste Die hitzige Debatte über den Einfluss des rechtsextremen Medienmoguls Vincent Bolloré auf Frankreichs Filmwelt ebbt nicht ab. Sechshundert Vertreter dieser Branche hatten am 11. Mai, dem Vortag der Eröffnung der Filmfestspiele von Cannes, in einem offenen Brief die bis 2028 geplante vollständige Übernahme von UGC, der drittgrößten K
1. Juni


Selektive Transparenz
Vorwürfe der sexuellen Gewalt am Théâtre du Soleil – und wie Ariane Mnouchkines Truppe diese aufarbeitet Ende November hat die Pariser Onlinezeitung „Mediapart“ einen langen kritischen Investigationsbericht über das Théâtre du Soleil veröffentlicht (hier der entsprechende Blogbeitrag). Darin bezichtigten acht Frauen zwei langjährige Mitglieder der hauptstädtischen Truppe schwerer sexueller Vergehen – bis hin zur Vergewaltigung. Die beiden beschuldigten Männer hatten acht Mona
25. Mai


Diener der Republik
Diskussionen über eine allfällige Pantheonisierung des durch einen Dschihadisten ermordeten Schullehrers Samuel Paty Sollen die sterblichen Überreste von Samuel Paty in das Pariser Panthéon überführt werden? Mitte Januar erschien in „Libération“ ein Aufruf in diesem Sinne; zu seinen Unterzeichnern zählten Gaëlle Paty, eine Schwester des 2020 durch einen Dschihadisten enthaupteten Schullehrers, und Joëlle Alazard, die Präsidentin der französischen Vereinigung der Geschichts- u
3. Mai


Hunderte von Autoren verlassen Grasset…
… und die Proteste mehren sich gegen Bollorés Kulturkrieg. Nur das rechte Lager schweigt. Seit der gewaltigen Erschütterung, die die Nachricht von Olivier Noras Entlassung nach jahrzehntelanger Leitung von Grasset am 14. April ausgelöst hat, bringen Nachbeben Frankreichs Verlagswelt fast täglich zum Zittern. Binnen anderthalb Tagen einigten sich 115 Autoren des Pariser Traditionshauses darauf, ihre künftigen Bücher anderswo zu veröffentlichen – die Zahl ist seitdem auf über
20. Apr.


Die Bollorisierung von Grasset beginnt
Zur Entlassung von Olivier Nora, dem Leiter von Frankreichs zweitrenommiertestem Literaturverlag Als vor einem Monat Boualem Sansal in die Riege der Grasset-Autoren aufgenommen wurde, unkten manche, nun beginne die Gleichschaltung des zweitrenommiertesten französischen Literaturverlags (als erste Adresse gilt Gallimard, wo Sansal seit seinem Debüt 1999 zehn Romane, vier Essais sowie einen Novellenband veröffentlicht hatte). Grasset ist Teil der Hachette-Gruppe, deren Hauptak
15. Apr.


Das Geld und die Aura des Märtyrers
Kritik am Wechsel des unlängst aus algerischer Kerkerhaft befreiten Schriftstellers Boualem Sansal von Gallimard zum Bolloré-Konzern Als der Schriftsteller Boualem Sansal im November letzten Jahres aus einem algerischen Kerker freikam, war er der Held der französischen Nation. Der gebürtige Algerier, der seit Juni 2024 die französische Staatsbürgerschaft besitzt (die algerische wurde ihm laut eigener Aussage jüngst aberkannt), saß seit fast einem Jahr hinter Gittern wegen dem
11. Apr.


Aus wessen Warte wird hier erzählt?
Kontroverse entlang den politischen Linien: Xavier Giannoli fiktionalisiert in „Les Rayons et les Ombres“ das Leben dreier realer Protagonisten der Kollaboration mit Hitlerdeutschland – und entzweit Frankreichs Presse Eine deutsch-französische Geschichte. In der Zwischenkriegszeit machen sich zwei junge Männer, ein Karlsruher Kunsterzieher und ein Pariser Journalist, für die Versöhnung der beiden Völker stark. Treffen von Jugendverbänden dies- und jenseits des Rheins, Kultura
5. Apr.


Halbe Erleichterung
Frankreichs Kulturwelt darf aufatmen, dass der rechtsextreme Rassemblement national nach den Kommunalwahlen bloß zwei größere Städte hält „Kommunalwahlen: große Konfusion“ überschrieb die Onlinezeitung „Mediapart“ in der Nacht auf heute Montag einen Bericht über die Ergebnisse der zweiten Runde der französischen Gemeindewahlen. Tatsächlich beanspruchte jede Partei in der einen oder anderen Form einen „Sieg“ – sogar der im steten Niedergang begriffene Parti communiste français
23. März


Kultur kaum ein Thema
Zur ersten Runde der Kommunalwahlen in Paris Kultur spielt in Paris eine Rolle, die man gar nicht hoch genug veranschlagen kann. Das Angebot ist von einer Dichte und Güte wie in kaum einer anderen Stadt der Welt. Kraft der Verdienst- und Schaffensmöglichkeiten, die es Kulturarbeitern und Künstlern bietet, übertrifft Paris heute laut Kennern der betreffenden Standorte sogar wieder London und Berlin. Über seine gut 2 Millionen Bewohner und deren über 10 Millionen Nachbarn in de
16. März


Schwierige Urteilsfindung nach dschihadistischem Anschlag
Beihilfe zu einem Attentat, um das man nicht weiß, dessen Beweggründe man nicht teilt und dessen Autor man nicht kennt – zum Berufungsprozess von vier Mittätern am Mord des Schullehrers Samuel Paty Bücher, Comics, Theaterstücke, Dokumentar- sowie gleich zwei Spielfilme, angekündigt für dieses und für nächstes Jahr, nicht zu vergessen eine Kampagne für die Überführung der sterblichen Überreste in den Pariser Pantheon: Samuel Paty, am 16. Oktober 2020 durch einen achtzehnjähr
8. März


Entteufelung der Rechtsextremen, Verteufelung der Linksradikalen
Zur MAGA’schen Dynamik, die der Totschlag von Quentin Deranque in Lyon ausgelöst hat Auf ihrem langen, scheinbar unaufhaltsamen Weg an die Macht setzen Frankreichs Rechtsextreme seit 2011 auf „Entteufelung“ („dédiabolisation“). In jenem Jahr übernahm Marine Le Pen den heutigen Rassemblement national (RN) von ihrem Vater, den sie 2015 nach einer x-ten die Schoa verharmlosenden Provokation dann aus der Partei ausschließen ließ, die er 1972 mitgegründet hatte. Ziel war, mit der
21. Feb.


673 Mal in den Epstein-Dokumenten erwähnt
Jack Lang tritt als Präsident des Pariser Institut du monde arabe zurück Die vielverzweigte Epstein-Affäre hat in Frankreich zum Rücktritt eines prominenten Verantwortlichen geführt. Jack Lang musste am Samstagabend seine Demission als Präsident des Pariser Institut du monde arabe (IMA) einreichen, ein Posten, den er seit 2013 bekleidete. In den Achtzigerjahren besaß der damalige Kulturminister François Mitterrands die Verfügungsgewalt über ein binnen kurzer Zeit verdoppeltes
9. Feb.


Marseille als Monster (Teil 2/2)
Blick in elf jüngere Bücher, die ein fast durchweg rabenschwarzes Bild von Frankreichs zweitgrößter Stadt zeichnen In dieselbe Kerbe wie Pujol schlagen zwei weitere Journalisten: Xavier Monnier mit „Marseille, ma ville“ (2013) und Marie-France Etchegoin mit „Marseille, le roman vrai“ (2016, beide nicht übersetzt). Ersterer ist Marseiller und Mitgründer der vor zehn Jahren eingestellten satirischen Informationswebsite Bakchich. Er widmet sein Buch der „schönsten Stadt der We
7. Feb.
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