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Leben wie zit. in Frankreich
Kunst, Musik, Theater - Kultur in Paris und ganz Frankreich

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Freiheit und Unterwerfung
Brigitte Jaques-Wajeman bringt Wassili Grossmans Romanepos „Leben und Schicksal“ auf die Bühne des Pariser Théâtre des Abbesses. Die Regisseurin, die in Frankreich das Werk von Pierre Corneille rehabilitiert hat, wird heuer achtzig, ihre Truppe feiert ihr fünfzigjähriges Bestehen. Was kann, was muss der Mensch tun, um seine Menschlichkeit zu bewahren? Dies die Kernfrage von „ Leben und Schicksal “, dem Opus magnum von Wassili Grossman (1905 bis 1964). Der in der ukrainischen
vor 4 Tagen


Kindliche Halluzinationen, märchenhafte Albträume
Doch am Ende siegt die Liebe: Frankreichs fesselndster Theaterdemiurg, Joël Pommerat, komponiert mit „Les Petites Filles modernes (titre provisoire)“ eine finster-fantastische Nachtmusik Eine tragisch-alltägliche Geschichte. Zwei Mädchen, um die zwölf Jahre alt. Das eine eine Mobberin mit asozialen, in ihrer ungezügelten Gewaltsamkeit beunruhigenden Zügen. Das andere eine Angsthäsin mit Hang zum Fantasieren, wo nicht gar zum Halluzinieren. Der anfängliche Hass der Erstgenannt
27. Dez. 2025


Dreißig Sekunden und die Kronjuwelen wären gerettet gewesen
Nach dem Louvre-Raub stehen die amtierende Direktorin des größten Museums der Welt und ihr Vorgänger einem Senatsausschuss Rede und Antwort War der Raub der Louvre-Kronjuwelen die Folge von schierem Pech? Oder von sträflichen Versäumnissen? Seit dem spektakulären Einbruch am 19. Oktober haben nicht nur Frankreichs Journalisten Mühe, sich Klarheit zu verschaffen. Auch Volksvertreter tappen im Dunkeln. Doch mit jeder Anhörung vor der Nationalversammlung oder vor dem besonders o
20. Dez. 2025


Flüsterer und Verzauberer
Wenn Steine zu einem feinhörigen Poeten sprechen – die mineralischen Miniaturwelten des Roger Caillois in einer Ausstellung und zwei hochkarätigen Neupublikationen Wer in eine der fünf Akademien des Institut de France gewählt wird, gibt ein kunstvolles Akademikerschwert in Auftrag. Die Tradition will, dass dieses die Interessen des Trägers widerspiegelt. Anlässlich seiner Aufnahme in die Académie française 1971 bestellte Roger Caillois (1913 bis 1978) so bei dem Juwelier Jean
13. Dez. 2025


Kultur-Juwel im Baskenland
Das wiedereröffnete Musée Bonnat-Helleu in Bayonne glänzt mit der hochkarätigsten Kunstkollektion zwischen Paris und Madrid Bayonne liegt – sehr grob – auf halber Strecke zwischen Paris und Madrid. Die baskisch-gaskognische 53.000-Seelen-Stadt ist bekannt für Schinken, Schokolade und ihre berauschten Sommerfeste. Doch jetzt wurde nach vierzehnjähriger Schließung das grandios renovierte und vergrößerte Musée Bonnat-Helleu wiedereröffnet – was es dem Geburtstort des Trainers d
6. Dez. 2025


„Ein System der totgeschwiegenen Gewalt“
MeToo-Anwürfe am Théâtre du Soleil Sexuelle Übergriffe, womöglich gar Vergewaltigungen in einem Bollwerk des Progressismus‘. Die MeToo-Bewegung hat jetzt auch das Théâtre du Soleil erfasst, das für seine Kämpfe etwa für illegale Immigranten oder gegen Rechtsextremismus bekannt ist. In einem langen Investigationsbericht der Pariser Onlinezeitung „Mediapart“ bezichtigen acht Frauen zwei langjährige Mitglieder der Truppe von Ariane Mnouchkine schwerer Vergehen. Die Pariser Briga
1. Dez. 2025


Bilder im Spannungsfeld zwischen Sein und Schein
Gerhard Richter so vollständig wie noch nie – eine überwältigende Werkschau in der Pariser Fondation Louis Vuitton Über Gerhard Richter zu schreiben ist schwer. Das Werk des 1932 in Dresden geborenen Wahl-Rheinländers mutet verwirrend vielgestaltig an. Es schwankt ständig zwischen den Polen „gegenständlich“ und „abstrakt“, „streng monochrom“ und „wild farbig“, „sinnleer“ und „bedeutungsvoll“, „restaurativ“ und „prospektiv“. Die ausgeprägt konzeptuelle Komponente fast aller Kr
22. Nov. 2025


Angoulême vor dem Aus
Autoren und Verlage sagen für die nächste Ausgabe des Comicfestivals ab Das Festival international de la bande dessinée in Angoulême (FIBD), bislang die wichtigste europäische Comic-Veranstaltung, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr nicht stattfinden können. Einem von zahlreichen Comicautoren schon länger angekündigten Boykott ( hier ein Blogbeitrag zum Thema) des für Ende Januar angesetzten viertägigen Festivals haben sich gestern und heute Morgen die Verbän
19. Nov. 2025


Ins Herz der Finsternis
Christopher Maltman und Pablo Heras-Casado differenzieren in Wagners „Walküre“ fünfzig Nuancen von Tiefdunkel aus „Die Walküre“ ist die mit Abstand populärste Oper von Wagners „Ring“. Doch findet sich darin die wohl unbeliebteste halbe Stunde der ganzen Tetralogie, noch vor der ähnlich langen Wissenswette in „Siegfried“: Wotans sogenannter Monolog im zweiten Aufzug. In Tat und Wahrheit handelt es sich dabei um eine erst nachdenklich, dann zunehmend hitzig formulierte Innensch
18. Nov. 2025


Am Scheideweg
Das Comic-Festival von Angoulême in der Krise Bis heute Morgen war das größte frankophone Comicfestival (das zugleich auch das bedeutendste in Europa ist) akut bedroht. Ob die für den kommenden Januar angesetzte 53. Ausgabe des Festival international de la bande dessinée (FIBD) in Angoulême stattfinden könnte, schien ungewiss. Zwischen den Organisatoren und einem zunehmend großen Teil des Berufsstands der Comicautoren und -verleger schwelt seit geraumer Zeit ein Konflikt. Im
13. Nov. 2025


Weißwaschunternehmen für den Erbschleicher
Isabelle Huppert spielt in „La Femme la plus riche du monde“ die 2017 verstorbene L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt. Der Film vermischt Dichtung und Wahrheit auf problematische Art und Weise. Arme reiche Leute! Thierry Klifas Spielfilm „La Femme la plus riche du monde“ erzählt die tragikomische Geschichte der vermögendsten Frau der Welt. Die Alleinerbin des Gründers des weltgrößten Kosmetikkonzerns, durch Isabelle Huppert mit gewohnt raubkatzenartiger Gewissenlosigkeit verkör
12. Nov. 2025


Eine Tragetasche als Reliquie des Bataclan-Massakers
Frankreich plant seit Längerem, ein weltweit einzigartiges Terrorismusmuseum zu eröffnen. Doch zehn Jahre nach den Pariser Anschlägen vom 13. November 2015 ist die Verwirklichung des Projekts noch immer ungewiss. Am 13. November 2015 ermordeten Dschihadisten in und bei Paris 130 Gäste von Cafés und Restaurants, Besucher eines Fußballspiels und eines Hardrock-Konzerts. Zwei Überlebende waren derart traumatisiert, dass sie ihrem Leben Jahre später ein Ende setzten. Mit offizi
8. Nov. 2025


Koloraturen von rechtsaußen
Welche Agenda verbirgt sich hinter französischen Jammerarien über den Raub „unserer Juwelen“? Der Kronjuwelenraub im Louvre als Symbol des Niedergangs der Grande Nation? „Deklinologen“ werden seit gut zwei Wochen nicht müde, das „Argument“ an realen wie medialen Stammtischen zu wiederholen. Diese sehr französische Spezies von Kassandren, die sehr viel öfter unrecht haben als recht, sucht obsessiv nach Indizien für den Verfall („déclin“) Frankreichs. Früher gaben sich „Deklino
5. Nov. 2025


Extremer Rechtsrutsch
Wie der Milliardär Vincent Bolloré den Fayard-Verlag für seinen reaktionären Zivilisationskampf einspannt Am 5. Juni 2024 vereinte eine führende Verantwortliche der Hachette-Gruppe in Paris die Mitarbeiter des Fayard-Verlags. „Ich möchte euch sagen, dass wir einen neuen Präsidenten bekommen. Oder eher: eine neue Präsidentin“. Aus der Runde drangen Rufe wie „Oh nein“ oder „Fuck“; manche fingen an zu weinen. Das Undenkbare war Realität geworden: Die Verlagsheimat von Autoren wi
2. Nov. 2025


Gegenwartskunst vor den Fenstern des Louvre
Ein neuer Klunker in Frankreichs Kulturkrone: Jean Nouvels Fondation Cartier im Herzen von Paris Frankreichs Finanzen laufen aus dem Ruder, das Regierungsgeschäft ist eine tragische Posse, im Land herrscht eine Mischung aus Endzeitstimmung und vorrevolutionärem Fieber, bald könnten die Rechtsextremen an die Macht kommen. Aber Paris bleibt ein Fest fürs Leben. Die Lichterstadt scheint desto heller zu strahlen, je dichter der braune Pesthauch aufzieht. Bevor die Finsternis womö
25. Okt. 2025


„Ein beziehungsreiches, poetisches, musikalisches Idiom“
Das Angebot für Arabisch in Frankreichs Schulunterricht liegt unter jenem für Koreanisch – das müsse sich ändern, fordert Jack Lang. Das Arabische sei eine Chance für Frankreich, schreibt Jack Lang. Unter den beiden Präsidentschaften von François Mitterrand hatte der Sozialist insgesamt fast neun Jahre lang als Kulturminister gedient – übertroffen wurde er an Langlebigkeit im Amt, nicht jedoch an Wirkungsmächtigkeit einzig durch de Gaulles Hohepriester der Schönen Künste, And
18. Okt. 2025


Welles als Wagnerscher Wanderer
Die Cinémathèque française widmet dem Schöpfer von „Citizen Kane“ eine liebevolle, ja leidenschaftliche Retrospektive Im zarten Alter von...
9. Okt. 2025


Schlichtheit und Spiritualität
Eine Pariser Schau über Georges de La Tour, den Maler stiller, meditativer Nachtbilder im Kerzenschein Ein jugendlich-graziler Gollum vor...
4. Okt. 2025


Gift für die Demokratie
Korruptionspakt mit Gaddafi: Sarkozy kommt wegen „krimineller Vereinigung“ ins Gefängnis Es war der Korruptionsprozess aller...
25. Sept. 2025


Wo Günter der Schnauzbart wuchs…
… und Anna am Barren schwitzte – eine Schau im Goethe Institut Paris evoziert die vier Jahre, die das Künstlerehepaar Grass in der...
19. Sept. 2025
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